Italien

Leben für das Hier und Jetzt

 

Rund 2.700 Athleten aus 107 Nationen weltweit werden im März bei den Special Olympics World Winter Games 2017 an den Start gehen. Darunter sind auch 34 Sportler und Sportlerinnen aus Italien. In insgesamt vier verschiedenen Disziplinen, darunter Snowboarden, Ski Alpin, Ski Nordisch und Schneeschuhlauf, werden sie versuchen, so viele Medaillen wie möglich abzustauben.

Alle haben einen großen Ehrgeiz und trainieren schon seit Monaten hart auf diesen einen Moment hin. Jedoch geht es bei den Special Olympics um weitaus mehr als nur um die sportliche Leistung. Der Verantwortliche für das italienische Team Giampiero Casale spricht stellvertretend für seine Schützlinge und sagt: „Jetzt knapp zwei Monate vor den Spielen steigt die Nervosität, aber vor allem auch die Vorfreude bei den Athleten. Sie freuen sich sehr darauf, dass ihnen die Möglichkeit geboten wird, an solch einem großartigen Ereignis teilzunehmen und sie hoffen, dass sie ihr Bestes geben können. Wenn sie die Goldmedaille gewinnen, ist es natürlich umso besser, aber hauptsächlich geht es darum, Teil von Special Olympics sein zu dürfen.“

Damit bringt Casale den eigentlichen „Spirit“ der Spiele auf den Punkt: Denn für die meisten Athleten ist nicht der „Stockerlplatz“ das wichtigste, sondern die Teilnahme an diesem großen Spektakel. Es geht um Emotionen, Anerkennung, Aufmerksamkeit und Gemeinschaft. Die Special Olympics sind ein Ort der Begegnung, ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis für die Sportler selbst, ihre Trainer, Familien sowie Bekannte und Freunde. Deshalb, so Casale, leben die Athleten auch für das Hier und Jetzt, sie wollen Erfahrungen austauschen, neue Freundschaften knüpfen und genießen es, dass sie im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Denn für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung ist es nicht selbstverständlich angefeuert, gelobt oder derartig unterstützt zu werden. Genau deshalb erhofft sich das italienische Team auch, dass es seinen Athleten gelingt, bei den Spielen ihr Können und ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Denn dies wird das Selbstbewusstsein der Sportler enorm stärken, ist sich Casale sicher, sodass sie auch wieder zuhause mit neuer Energie durchstarten können. Gleichzeitig erhoffe man sich durch die Special Olympics mehr Verständnis und Akzeptanz in der Gesellschaft für geistige Behinderungen.

Einer der größten Hoffnungsträger für das italienische Team ist der 23-jährige Skifahrer Alessandro Dressadore aus Florenz. Er gewann zuletzt bei den nationalen Special Olympics in Bormio den Slalom sowie den Super G. Nach seinen Siegen erhielt er die Zusage für die Teilnahme an den Special Olympics World Winter Games 2017.

Alessandro erzählt, dass er sich enorm darüber gefreut hat und, als er zusätzlich noch als Flaggenträger für das italienische Team auserwählt wurde, konnte er sein Glück kaum fassen. Für ihn ist der Sport nicht nur für seine Gesundheit wichtig, sondern er kann dadurch auch viele soziale Kontakte knüpfen. Er selbst sagt: „Ohne den Sport wäre ich nicht der, der ich heute bin“. Und genau darum geht es: Glücklich und stolz auf sich zu sein, trotz Beeinträchtigung.

von Linda Schwarz (FH Joanneum)

 

Infos zu den italienischen Athleten

 

 
 
 
 
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